Pico del Teide

Pico del Teide

Der Pico del Teide ist auf Teneriffa allgegenwärtig. Dabei gibt es natürlich auch Orte, von denen aus er nicht zu sehen ist, aber man hat das Gefühl dass es immer präsent ist. Und auch von den anderen Inseln mit Ausnahme von Lanzarote kann man ihn sehen. Womit schon einmal eine der am Häufigsten gestellten Fragen beantwortet wurde.

Pico del Teide

Die harten Fakten zum Teide sind den meisten schon bekannt. Er ist der höchste Berg Spaniens, mit einer Höhe von gerundet 3.718 Metern. Laut Angaben des Parque National Teide sind es exakt 3717,98 Meter. Sollten Sie sich entscheiden, ganz nach oben zu steigen, so legen Sie doch bitte einen Stein mit mindestens 2 cm Durchmesser an die höchste Stelle. Mal sehen ob sich dies auf die offizielle Höhe auswirkt.

Der höchste Berg Spaniens

Die Höhe des Teide ist schon deshalb vielen bekannt, weil Sie auf der Rückseite der meisten Postkarten steht. Früher schwankten die Angaben zu Höhe noch zwischen 3714 und 3719 Metern. Dieses unerschöpfliche Thema für heitere Diskussionen hat sich nun leider aufgelöst, da man nun wirklich die einheitlichen 3718 Meter praktisch überall finden kann. Insgesamt ist das schon eine recht beachtliche Höhe, an die kein Berg in den Pyrinäen rankommt. Bezogen auf Spanien sind die Pyrenäen nicht einmal auf Platz 2. Denn diese belegt der Mulhacén mit 3482 Metern in der Sierra Nevada.

Spanien und vielleicht Europa aber doch Afrika

Politisch gehören die Kanaren und damit der Teide zu Spanien und damit zu Europa. Geograpisch allerdings zählen sie zu Afrika. Dennoch ist der Teide gerne auch in den Listen zu den höchsten Bergen Europas zu finden. Dieses Durcheinander hat auch lustige Auswirkungen auf Quellen wie die Wikipedia. Dort ist der Teide auch in der Liste der höchsten Berge Europas und hat den Vermerk: "Der Vulkan auf den Kanarischen Inseln gehört geographisch nicht zu Europa sondern zu Afrika". Beim zweit höchsten Berg Spanien, dem Mulhacén steht: "Höchste Erhebung Europas außerhalb von Kaukasus und Alpen".


Das macht im Paket wenig Sinn und stimmt eben doch. Wir lernen aber daraus, wie hoch der Teide ist. Schließlich gibt es also lediglich im Kaukasus und in den Alpen höhere Berge in Europa. Zudem nehmen wir die Vermutung mit, dass man besser nicht in Flip-Flops, kurzer Hose und T-Shirt auf den Gipfel gehen sollte. Manche versuchen das natürlich trotzdem.

Der aktive Vulkan

Zum Glück muss man den Kindern das Durcheinander um die geographische Zuordnung nicht lange erklären, da diese im Zusammenhang mit dem Teide eigentlich nur an einem Thema interessiert sind. Der Teide ist ein aktiver Vulkan. Damit ist es praktisch sicher, dass früher oder später wieder Lava austreten wird.
Die wichtigste aller Fragen ist also:

Wann ist der Teide das letzte Mal ausgebrochen?

Wenn man darunter den Pico del Teide versteht, dann kann man es nicht exakt beantworten. Auf Teneriffa und damit im weitesten Sinne dem Teide gab es hingegebn schon einige Ausbrüche.
Als jüngstes Ereignis am Teide-Massiv fand exakt am 18. November 1909 ein Ausbruch am Chinyero statt. Dieser befindet sich 10 km nordwestlich des Gipfels.


Der letzte Ausbruch innerhalb der Caldera selbst ereignete sich im Jahre 1798 an den Narices del Teide. Das bedeutet übersetzt "Nasen des Teide". Diese liegen an der Flanke des westlichen Nachbarvulkans Pico Viejo, der auch noch auch 3.134 Meter Höhe kommt. Im Jahr 1704 brachen die Vulkane Siete Fuentes, Fasnia und Arafo aus.
Kurz darauf im Jahr 1706 ließ der Vulkan Trevejo 40 Tage lang einen Lavastrom Richtung Garachico fließen. Durch die Lava begrub er die Stadt und den Hafen unter sich.


Es soll tatsächlich so gewesen sein, dass Christoph Columbus auf seinem Weg nach Amerika den letzten großen Ausbruch auf Teneriffa im Jahre 1492 von La Gomera aus gesehen hat. Dabei muss es sich um einen richtig kräftigen Ausbruch mit Lava und Rauch gehandelt haben. Für die damalige Zeit war das schon ein böser Zufall. Sicherlich gab es noch Männer unter der Besatzung, die zumindest eine Restchance für einen Sturz von der Erde  eingeräumt hatten. Und dann kommt gleich am Start ein Naturschauspiel das auch uns moderne Menschen tief beeindruckt hätte. So haben sich die Menschen damals die Hölle vorgestellt. Da gab es mit Sicherheit Diskussionen, ob dies nicht ein schlechtes Omen ist und man besser umkehrt.


Doch auch dieser Ausbruch muss noch recht klein im Vergleich zum letzten massiven Ausbruch vor rund 200.000 Jahren gewesen sein. Die in der Geschichtsaufzeichnung erfassten Ausbrüche beziehen sich alle nicht auf den Pico del Teide selbst. Auch Christoph Columbus und seine Männer können keinen Ausbruch des Teide selbst gesehen haben.

Wann bricht der Teide das nächste Mal aus?

Die Frage ist die zweitwichtigste und die Antwort kennt natürlich niemand. Dabei ist die Chance, dass der Pico del Teide selber ausbricht und wir dies zu Lebzeiten sehen können vermutlich fast Null. Ein Ausbruch auf Teneriffa überhaupt ist gar nicht so vollkommen unwahrscheinlich.


Mit allerlei Kaffeesatzleserei kann man sich der Sache natürlich nähern. So wie man berechnen kann, dass Deutschland die Fußball-Weltmeisterschaft gewinnt. Die letzten dokumentierten waren Ausbrüche also:

1492
1704 – 1706
1798
1909

Alle Hundert Jahre scheint es in der jüngeren Vergangenheit mal einen Ausbruch auf  Teneriffa gegeben zu haben. Diese sind inzwischen rum. Die höchste Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch gibt es angeblich im Norden und Westen der Insel.


Aber Deutschland ist 2006 und 2010 auch nicht Weltmeister geworden, obwohl man es berechnen konnte. Zudem gibt es ein Frühwarnsystem, dass einen Ausbruch etwa 3 Tage vorher bemerken würde.
Vulkane üben eine gewissen Faszination auf uns auf und ein Ausbrch ist sicherlich ein gewaltiges Naturereignis. Man muss jedoch davon ausgehen, dass Autobahnen, Zigaretten und Fastfood wesentlich gefährlicher für uns sind als der Teide. Vermutlich wird man sogar eher vom Blitz getroffen.

Besteigung des Teide

Die einfachste Variante auf den Tede zu gelangen ist mit der Seilbahn (Teleférico del Teide). Seit 1971 gibt es die Möglichkeit damit bis zur Bergstation La Rambleta auf eine Höhe von 3.555 Metern zu kommen. Von dort aus und so kann man dann den Gipfel zu erreichen, sofern man eine entsprechende Genehmigung hat. Ohne eine Genehmigung ist es leider nicht mehr möglich den Pico del Teide ganz zu besteigen. Das ist jedoch auch kein Problem, wenn Sie die Genehmigung vorzeitig einholen. Das muss man definitiv vor dem Urlaub machen. In der Regel sind die nächsten 3 Wochen komplett ausgebucht. Wer zudem bezüglich des Zeitfensters etwas Auswahl haben möchte muss oft schon 5 bis 6 Wochen vorher eine Genehmigung einholen. Um das Ganze  etwas entspannt ablaufen zu lassen, sollte man nicht unbedingt das letzte Zeitfenster von 15:00 Uhr bis 17:00 Uhr wählen, da man definitiv nicht die letzte Seilbahn verpassen sollte. Ein Abstieg im Dunkeln ist ebenso unerfreulich wie eine Übernachtung auf dem Teide.
Eine Genehmigung können Sie auf der Webseite des Teide National Parks beantragen. Oben links finden Sie einen Link zum Antrag für die Genehmigung.

Wer nicht ganz auf den Gipfel möchte hat von der Bergstation aus einen wunderbaren Blick auf die Montañas de Las Cañadas. Bei gutem Wetter kann man auch bis zu den Nachbarinseln La Palma, Gran Canaria, La Gomera und El Hierro sehen. Natürlich sieht man von dort aus auch weite Bereiche Teneriffas.
Da so ein Ausblick immer etwas vom Wetter abhängt, sollte man seinen Tagesflug flexibel wählen und etwas dem Wetter anpassen. Wenn das Wetter gut ist, macht es viel mehr Spaß.

Zu Fuß auf den Teide

Wer den Gipfel des Teide zu Fuß erreichen will, der hat die Möglichkeit, eine gut vierstündige Wanderung auf sich zu nehmen. Ausgangspunkt dafür bildet in der Regel der serpentinenreiche Schotterweg des Berges Montaña Blanca. Eine solche Besteigung sollte jedoch nur mit entsprechender Kenntnis und Vorbereitung durchgeführt werden. Fahrläßigkeiten sind hier schlichtweg gefährlich.Auf luftigen 2200 Metern befindet sich das staatliche Hotel Parador Nacional, in dem man sich nach Voranmeldung einquartieren kann. Der Parador wir häufig von Wanderern genutzt, die komplett vom Wasser aus die Besteigung antreten.


Hilfreiche Informationen zu Wanderungen und Wanderwegen finden Sie auf der folgenden Seite.

Tipps für den Besuch des Teide

Ab einer Höhe von 2000 Metern steht das gesamte Gebiet um den Pico del Teide unter strengstem Naturschutz und bildet einen Nationalpark. Man sollte bei dem Besuch des Teide also einkalkulieren, dass es noch wesentlich mehr zu sehen gibt. Es empfiehlt sich ohnehin, sich erst einmal etwas in den Cañadas zu aklimatisieren. Viele haben bei der Anreise zur Seilbahn gut 2.000 Meter in rund einer Stunde überwunden und merken eine gewisse Übelkeit. Diese legt sich meist jedoch sehr schnell, wenn man etwas trinkt und etwas zurRuhe kommt. In einem solchen Fall sollte man aber nicht gleich in die Seilbahn springen, da es dadurch nicht gerade besser wird. Ein guter Anlaufpunkt sind die Roques de Garcia, die man ohnehin einmal gesehen haben sollte.


Ganz wichtig ist die richtige Kleidung. Das Wetter auf dem Teide ist meistens anders als am Hotel. Im Winter kann es dramatisch kälter sein und im Sommer auch einmal deutlich wärmer. Man sollte einfach etwas flexibel sein und das vor allem, wenn man mit der Seilbahn hochfährt. Wenn man die Jacke oder den Pullover am Ende nicht braucht, ist das nicht so schlimm.


Man sollte auch unbedingt beachten, dass die Sonne oben in den Bergen wesentlich intensiver ist. Entsprechend sollte man für entsprechenden Sonnenschutz sorgen. Anfangs spürt man die nicht so, weil es in den Bergen oft kälter ist. Hier sollte man keinen falschen Eindruck haben.


Bei längeren Wanderungen sollte man unbedingt ausreichend Wasser dabei haben. Das ist sehr elementar. Kopfschmerzen können ein Zeichen dafür sein, dass einem die Höhenluft nicht bekommt. In diesem Fall ist ein weiterer Anstieg nicht zu empfehlen. Machen Sie lieber eine Pause und reduzieren Sie im Zweifel die Höhe. Auf keinen Fall sollten Sie bei plötzlich aufgetretenen Kopfschmerzen in die Seilbahn steigen.

 

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