Das Orotava-Tal

Blick auf Aguamansa im Orotava-Tal
Blick auf Aguamansa im Orotava-Tal11

Der Facettenreichtum der Vegetation im Orotava-Tal im direkten Zusammenspiel mit den schroffen Felsen vulkanischen Ursprungs und dem unendlichen Weiten des beständig rauschenden Ozeans machen diesen eindrucksvollen Kontrast aus, für den viele die Insel Teneriffa lieben.

Blick auf Aguamansa im Orotava-Tal
Blick auf Aguamansa im Orotava-Tal11

Teneriffa hat mit seinen mannigfaltigen und eindrucksvollen Landschaftsbildern eine Vielzahl an sehenswerten Naturschauspielen und –attraktionen zu bieten. Die Auffahrt zum Teide über das Orotava-Tal zählt sicherlich dazu. An kaum einem anderen Ort auf der Erde ändert sich die Vegetation durch die unterschieldichen Kliamzonen so schnell. Das Orotava-Tal, diese fruchtbare und naturbelassene Oase besteht aus den Gemeinden Los Realejos, La Orotava und Puerto de la Cruz.

Das Orotava-Tal erstreckt sich von der Küste bis auf knapp 2000 Meter Höhe und reicht damit beinahe bis an die Cañadas, die zum Nationalpark des Teides zählen. Mit einer Länge von rund 10 Kilometern ist das Tal von einem sagenhaften Panorama zu allen Seiten hin eingerahmt. Es beginnt weit unten mit dem tiefblauen Atlantischen Ozean, dessen Horizont bei passendem Wetter regelrecht mit dem Himmel zu verschmelzen scheint. An den Seiten befinden sich die Steilwände Ladera de Santa Ursula und La Ladera de Tigaiga, die die damit seitliche Begrenzung bilden.

Zu guter Letzt bildet die obere Begrenzung in luftigen Höhen der Pico del Teide mit seiner häufig schneebedeckten Kuppel. Vom Orotava-Tal ist dabei die Chance deutlich höher, den Teide als schneebedeckte Kuppel zu erleben, da der Schnee meist im Winter fällt und auf der Südseite dann sehr viel schneller schmiltzt.  Es ist wohl genau dieses Zusammenspiel aus beeindruckender Natur, faszinierneder Vegetation in makelloser Landschaft und zudem ein Blick, der aus so vielen Perspektiven immer wieder beeindruckend schön ist. Egal ob man von oben hinab ins Tal schaut oder von unten auf den Gipfel schaut. Dabei ist es nicht weniger eindrucksvoll, wenn man von oben auf die Wolken schaut, die nichtgerade selten am Nachmittag im Tal festhängen. Denn oft sehen die Wolken aus, wie ein Ozean aus Watte. Es ist wohl diese wechselhafte Schönheit der Umgebung die viele zur Ruhe kommen lässt und Wanderer förmlich anzieht.

Pflanzen und Tiere im Orotava-Tal

Flora und Fauna versuchen, sich hinsichtlich Vielfalt, Artenreichtum und Schönheit zu übertreffen. Wobei die Vielfalt der Faune oft einfacher ins Auge sticht und eigentlich nicht zu übersehen ist.

Pflanzen Vielfalt im Orotava TalViele Tiere hingegen verstehen es sehr gut versteckt zu bleiben. Die Vegetation bringt hier einzigartige Pflanzenhervor, die nur auf den Kanaren vorzufinden sind und einen sensationellen Anblick bieten. In allen erdenklichen Formen und Farbe kann man die Pflanzen sehen. Im Orotava-Tal finden sich die Kanarische Kiefer auch Pino Canario genannt, Kastanienbäume, Lorbeerbäume und zahlreiche wild wachsende Kräuter. Einfach zu finden sind zum Beispiel Minze, Thymian oder Oregano diem man mit ihrem feinen natürlichen Duft oft schon riechen kann, bevor man sie sieht. Unter den vielen interessanten Pflanzenarten sticht für viele Mitteleuropäer die Banane hervor, die mit hier zwar etwas kleiner ausfällt, aber immer noch beeindruckende Stauden hervorbringt und intensiver schmeckt als die exemplare in deutschen Supermärkten. Die Bananen als Nutzpflanze schmücken das Orotava-Tal ebenso die Faszination dieser Gegend aus.

 


Das schöne grüne Tal im Norden


Das Orotava-Tal ist fruchtbar, besticht durch sattes Grün und einer wunderschönen Landschaft. Verantwortlich für dieses klimatische Wunder sind zu allererst die Passatwinde, die immer wieder Wolken ins Orotava-Tal drücken. Dabei darf man natürlich nicht vergessen, dass es gerade dort schön grün ist, Sattes Grün bestimmt den Norden von Teneriffawo es auch entsprechend mal regnet. Oft kann man nicht einmal das Wetter einheitlich beschreiben, da es teilweise sonnig, teils neblig und auch regnerisch zu gleich ist. Wer also gerne den ganzen Tag in der Sonne liegt, ist in der Regel im Süden der Insel besser aufgehoben.


Die Kanarischen Kiefern können mit ihren langen vielgefächerten Nadeln Wasser aus den wolkigen Nebelschwaden ziehen, so viel ist richtig und auch weit verbreitet bekannt. Es ist auf der Welt auch nicht die einzige Pflanz, die dies kann. Dass der Norden der Insel aber wegen der Kiefern so grün ist, weil diese das Grundwasser so umfangreich speisen, ist vermutlich eher eine Legende. Die man zudem oft genug hört und die Chancen stehen ausgezeichnet, dass man sie von einem Reiseleiter zu hören bekommt.


Gerade aber im Sommer, wo diese Argumente plausibel wären, kommen die Wolken nur sehr selten bis zu den Kiefern. Das Grundwasser speist sich viel mehr aus den Niederschlägen in den Cañadas, die langsam durch den Felsen sickern und aus den Galerien wieder hervorkommen. Wenn Sie die Legende von der Grundwasserbespeisung durch die kanarischen Kiefern von Ihrem Reiseleiter hören, fragen Sie mal, wie viel Prozent des Grundwassers das ausmachen soll.


Im Garten des Teide, wie das Tal auch liebevoll genannt wird, wird auch heute noch Landwirtschaft betrieben. Das Gebiet ist hervorragend für den Weinanbau geeignet, was sich darin zeigt, dass das Tal für seine köstlichen Weine berühmt ist. Zudem finden sich im unteren Bereich zahlreiche. Beim Anbau der Pflanzen muss sehr genau auf die Eignung der Lage geachtet werden. Nicht überall wächst alles.


Ausflüge, Sport und Wandern


Sportler, Naturverbundene und Wanderlustige können hier ihre Freizeit bestens gestalten. In allen Höhenlagen werden zahllose Wanderungen für jeden Schwierigkeitsgrad angeboten. Die einzigartige, unberührte und makellose Natur tut ihr Übriges, um den Ausflug zu einem unvergesslichen und einmaligen Erlebnis mit unzähligen Sinneseindrücken werden zu lassen.

Als beliebtes Ausflugsziel bieten sich die Basaltsäulen Los Organos anBasaltsäulen Los Organos, eine Besichtigung der Fischzucht in Aguamansa erweist sich als seltenes Ereignis. Beides kann man sehr gut mit der Buslinie 345 von Puerto de la Cruz aus erreichen. Jeden Vormittag findet man zahlreiche Wanderer die hoch fahren, sofern das Wetter entsprechend geeignet ist. Am besten fährt man bis zur Caldera hoch, besucht dann die Los Organos und gestaltet eine Wanderung nach eigenen Kräften und Wünschen. Die Forellenanlage ist etwas unterhalb und sicherlich auch für ungeübte Wanderer in Reichweite.


Wer die idyllische Landschaft möglichst weitläufig erkunden will, dem stehen verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl: Für Pferdenarren bieten sich Ausritte durch die eindrucksvolle und abwechslungsreiche Landschaft an, doch auch via Mountainbike können Touren gefahren werden, um die entlegensten Winkel des Tals auszukundschaften. Die Gegend ist zudem geeignet, die gigantische Sicht aus der Vogelperspektive zu genießen. Am besten eignet sich dafür Paragliding.


Bei allen Vorhaben sollte man jedoch mit Bedacht an die Sache gehen. Tenriffa ist kein Ort, wo man sich einfach mal als Paraglider von einem Felsen stürzt und auch Wandern muss man mit Verstand. Die Winde und die sonstigen Rahmenbedingungen sind für Paraglider eine teils sehr hohe Herausforderung. Auf der einen Seite ist der Ozean und auf der anderen sind die Felsen. Dazwischen sind einige Winde, die man besser kennen sollte. Und selbst vermeintliche einfache Herausforderungen wie das Wandern, sollten nicht unüberlegt erfolgen. Geeignete Kleidung ist eben so wichtig wie ausreichend zu trinken. Dabei sollte man auch berücksichtigen, dass es orte gibt, an denen nicht ständig jemand vorbeiläuft. Man muss sich also orientieren können.

Einen der schönsten und erhabensten Blick über das Orotava-Tal erhält man vom Mirador Humboldt aus, der an der oberen Küstenstraße zu finden ist. Den schönsten Ort für einen Ausblick gibt es wohl kaum. Wer das Tal wirklich von seiner schönsten Seite erleben möchte, sollte immer etwas auf die Wetterverhältnisse schauen. Mit offenen Augen zu planen hilft hier wirklich weiter.

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